NAS-Box, selbstgeschnitzt. Am Anfang war ein Plattenupgrade eines RAID-Arrays, nach dem 6x 1 TB Platten übrigblieben. Verkaufen lohnt nicht. Eine landete im Mediaplayer. Bleiben 5, die Staub sammeln. Hmm, in ein NAS stecken? Kommerzielle leere NAS für 5 Platten kosten mehr Geld, als sich da lohnt, ausserdem ist einfach nur kaufen und Platten reinstecken langweilig. Es findet sich, dass es kleine ARM-Boards mit SATA-Anschluss und Unterstützung für SATA-Portmultiplier gibt. Also ein BananaPi, Portmultiplier, 5x Plattenkäfig, grossen Lüfter, Netzteil, Holz und diversen Kleinkram besorgt. Etwas sägen, bohren, schrauben und löten später steht die erste Version. Es funktioniert! Nicht sehr schnell, aber immerhin. Nach ein paar Wochen rumprobieren gibt das Netzteil auf, der 12V Strang bricht zusammen. Stromversorgung neu planen, mit DC/DC Wandlern für separate Versorgungsbereiche und einem gerade rumliegenden Thinkpad Netzteil um von Netzspannung auf 19V Gleichspannung zu kommen. Und, wie es sich herausstellt, einem dicken Elko um auf 12V die Anlaufspitze der Plattenstapel zu überstehen. Bei der Gelegenheit mal RAID (1 & 6) Recovery getestet durch schrittweises Zuschalten der Platten, funktioniert prima. Die Hardware steht. Nun an die Software. Basis ist Debian Jessie Linux und Kernel 4.8.x, also recht aktuell. Wie teilt man die Platten auf, welches RAID-Level wofür, das OS von MicroSD oder doch besser von Platte? Vollverschlüsselung oder doch nicht - schliesslich sind 2x 1 GHz ARM nicht superschnell. Und wie nutzt man das als NAS? NFS wäre das übliche unter Linux, aber wie dann mit Krypto? Es gibt da noch anderes, wie zum Beispiel AoE (ATA over Ethernet) oder iSCSI, wo Blockdevices exportiert werden, da könnte man doch was machen. Nur: was ist besser (schneller, einfacher zu handhaben)? Testaufbauten und Testläufe sind angesagt. Und wie kann man so ein (eher langsames) NAS noch nutzen? Mediaserver und Backupserver (zum Ablegen der Backups der Maschinen im Netz) bieten sich an. Doch wie und mit welcher Software? Der Vortrag beginnt mit der Hardware (und was man da so alles an Überraschungen entdecken kann), führt weiter zum Systemsetup (und welche Überraschungen der Kernel in der Hinterhand hatte) und führt weiter zu den verschiedenen Nutzungsscenarien inklusive interessanter Entdeckungen und konkreten Zahlen zur Leistungsfähigkeit. Eine BOM (Bill Of Materials, Materialkostenliste) wird auch nicht fehlen für den geneigten Nachbastler. Und natürlich gibt es auch Fotos des ganzen Projektes.